| Formen |
| Chatiquette |
| Gefahren und Probleme |
| Chatsucht |
| Kommunikation im Chat |
| Sprache im Chat |
| Fremdsprachen lernen im Chat |
| Links |
| Literatur |
Formen
Die ursprünglichste Form des Internet-Chats ist der reine Textchat,
bei dem nur Zeichen ausgetauscht werden können. Mittlerweile kann –
je nach System – eine Ton- und/oder Videospur dazu kommen, bzw. den
Textchat ersetzen.
Man spricht dann von „Audio-“ bzw. „Videochat“.
Heute werden technisch gesehen hauptsächlich drei Chatformen unterschieden:
IRC und Instant Messaging beinhaltet meistens weitere Funktionalitäten wie das Erstellen von Chatlogs (Gesprächsprotokollen) oder das Übermitteln von Daten und Hyperlinks. Allen drei Varianten ist gemeinsam, dass meistens nicht unter bürgerlichem Namen gechattet wird, sondern unter einem Pseudonym (Nickname). Im IRC und in Web-Chats ist der Austausch meistens in Chaträumen bzw. Channels organisiert, die sich speziellen Themen widmen.
Chats mit mehr als zwei Chattern finden in Chaträumen statt. Nach einer Erhebung des Statistischen Bundesamtes für das erste Quartal 2006 nutzen 39,6 Prozent der über Zehnjährigen Chats oder Internetforen als Kommunikationsmittel[1]. Studenten und Schüler nutzten mit 72 Prozent diese Form besonders häufig[2]. Die Nutzung nimmt mit Höhe des Bildungsstandes ab.
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Chatiquette
Zu beachten ist die Chatiquette. Hierbei handelt es sich um spezielle
Regeln für die Umgangsformen in einem Chat. Um Missverständnisse
auf Grund der fehlenden visuellen Komponente zwischen den Teilnehmern zu
vermeiden sollten diese Regeln eingehalten werden.
Allgemeine Regeln für die Umgangsformen im Internet beschreibt die Netiquette.
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Chatter-Treffen
Da man sich in einem Chat nur „virtuell“ unterhalten
kann, werden von manchen Chat-Communitys oder auch Privatpersonen sog. Chatter-Treffen
(CT) organisiert. Hier treffen sich die Chatter dann auch im wirklichen
Leben, um sich auszutauschen oder organisatorische Dinge zu besprechen.
Treffen, bei denen sich Mitglieder eines Chat-Kanals (z. B. IRC-Channel)
treffen, nennt man Channelparty.
Die ersten Chattertreffen Europas fanden schon 1987 statt und nannten sich Relay-Partys entsprechend dem Vorläufer von IRC, Bitnet Relay.
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Gefahren und Probleme
Es liegt in der Natur der Sache, dass man sich in Chats nie sicher sein
kann, ob das Gegenüber auch wirklich das ist, wofür er/sie sich
ausgibt. Dies gilt auch für Chats, in denen die Benutzer Steckbriefe
besitzen. Scheinbar persönliche Informationen und Fotos müssen
nicht unbedingt mit der realen Person übereinstimmen, da die Registrierungsdaten
in der Regel nicht verifiziert werden. Chatter, die sich für etwas
ausgeben, was sie nicht sind, nennt man Fakes. So kann es zum Beispiel vorkommen,
dass man mit einem Mann spricht, der sich für eine Frau ausgibt etc.
Selbst wenn eine Verifikation stattfindet, muss deren Zuverlässigkeit
nicht immer gegeben sein. Gerade Kinder und Jugendliche sollten auf diesen
möglichen Unterschied zwischen „Online-Persönlichkeit“
und Realität hingewiesen werden, insbesondere in Bezug auf die Gefahr
durch Sexualstraftäter („Online predator“).
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Chatsucht
Der Spaß am Chatten kann für Kinder und Jugendliche
– aber auch für Erwachsene – zu einer Chatsucht werden.
Dies wird häufig bei Personen beobachtet, die gerade begonnen haben
zu chatten. Vor allem bei Personen mit einem gestörten sozialen Umfeld
kann sich dieses Problem verfestigen. Die Chatsucht kann in Verbindung mit
einer Onlinesucht auftreten. Begünstigt wird dies dadurch, dass man
sich anderen Teilnehmern gegenüber als Persönlichkeit ausgeben
kann, die man im tatsächlichen Leben nicht ist. Dies kann zu Realitätsverlust
führen, da man sich auch außerhalb des Chatrooms für die
im Chat erstellte Person halten kann.
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Kommunikation im Chat
Die Kommunikation im Chat findet zeitgleich (synchron) statt und nicht zeitlich
versetzt (asynchron), wie z. B. in der E-Mail-Kommunikation. Die teilnehmenden
Chatter tippen ihre Gesprächsbeiträge in ein Eingabefeld und schicken
sie durch eine Eingabe ab. Ab dem Zeitpunkt seiner Zustellung an die Adressatenrechner
ist der Beitrag für alle im selben Chat-Raum präsenten Chat-Beteiligten
sichtbar, bis zum Zeitpunkt seiner Verschickung ist bei den meisten Chat-Systemen
aber nicht einmal die Aktivität des Tippens für die Partner ersichtlich.
Aufgrund der kommunikativen Rahmenbedingungen ist trotz der synchronen Präsenz
der Kommunikationsbeteiligten vor ihren Rechnern aber keine simultane Verarbeitung
von Verhaltensäußerungen zur Laufzeit ihrer Hervorbringung möglich;
in diesem Punkt unterscheidet sich die Chat-Kommunikation ganz erheblich
vom mündlichen Gespräch (vgl. z. B. Beißwenger 2007). Die
Kommunikation im Chat teilt somit – trotz ihrer medial schriftlichen
Realisierung – mehr Merkmale mit dem mündlichen Gespräch
als mit Texten, ihre charakteristischen Unterschiede zum mündlichen
Gespräch bestehen aber in mehr als lediglich der Tatsache, dass Chat-Beiträge
im Gegensatz zu Gesprächsbeiträgen getippt werden (müssen).
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Sprache im Chat
Im Chat steht eine korrekte Verwendung der Sprache auf syntaktischer und
orthographischer Ebene nicht im Vordergrund. Anakoluthe (Konstruktionsbrüche),
Aposiopesen (Satzbrüche) sowie umgangssprachliche Kontraktionen, Ellipsen,
Interjektionen, dialektale und soziolektale Ausdrücke verleihen der
Sprache im Chat einen Slang-Charakter. Tippfehler und grammatikalische Fehler
sind häufig, Satzzeichen spielen fast keine Rolle und oft wird konsequent
klein geschrieben. „Das Ökonomieprinzip steht […] eindeutig
als Maxime der Äußerungsproduktion im Vordergrund.“ (Geers
1999, 5). Die fehlenden parasprachlichen Mittel werden durch Emoticons (z.
B. :-), ;-) oder :-o ) und Akronyme (z. B. lol = laugh(ing) out loud) oder
Abkürzungen ersetzt.
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Fremdsprachen lernen im Chat
Möchte man als Lernender das Medium Chat nutzen, um seine Fremdsprachenkenntnisse
zu verbessern, sollte man aufgrund der besonderen Kommunikations- und Sprachmerkmale
von Chats Räume wählen, die extra dafür eingerichtet wurden,
sogenannte Lernchats oder Didaktische Chat-Räume.
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Links
* Links zum Thema Chats und Foren im Open Directory Project
* Links zum Thema Webchat im Open Directory Project
* Website zur sprach- und kommunikationswissenschaftlichen Chat-Forschung
* „Bibliography on Chat Communication“ (Bibliographie zur internationalen
Chat-Forschung)
* Lehrerhandbuch Chatten im Fremdsprachenunterricht
* Übersichtliches deutsches Webchatverzeichnis
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Literatur
* M. Beißwenger (2007): Sprachhandlungskoordination in der
Chat-Kommunikation. Berlin/New York: de Gruyter (Linguistik – Impulse
& Tendenzen 26).
* R. Geers (1999). Der Faktor Sprache im unendlichen Daten(t)raum. Eine
linguistische Betrachtung von Dialogen im Internet Relay Chat. In: Naumann,
Bern 1999. Dialogue analysis and the Mass Media. Proceedings of the International
Conference, Erlangen 1998. Tübingen. S. 83–100. (Beiträge
zur Dialogforschung 20)
* Gerit Götzenbrucker, Roman Hummel (2001): Zwischen Vertrautheit und
Flüchtigkeit. Beziehungsdimensionen in computervermittelten Konversationen
am Beispiel von Chats, MUDs und Newsgroups. In: Beißwenger, Michael
(Hrsg.): Chat-Kommunikation. Sprache, Interaktion, Sozialität &
Identität in synchroner computervermittelter Kommunikation. Perspektiven
auf ein interdisziplinäres Forschungsfeld. Ibidem-Verlag, Stuttgart,
S. 201–224
* M. Haase et al. (1997). Internetkommunikation und Sprachwandel. In: Weingarten,
R. (Hg.). Sprachwandel durch Computer. S. 51–85. Opladen: Westdeutscher
Verlag.
* Eva Platten (2001): Die Bedeutung von Chats für das Fremdsprachenlernen.
Uni Gießen, Diplomarbeit Online
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Quelle:
http://de.wikipedia.org/wiki/Chat
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