Internetsucht / OnlineSucht / Chatt-Sucht
Internetsucht / OnlineSucht / Chattsucht

I. Einführung ins Thema Internetsucht / OnlineSucht
 
II. Facts zu Internet-Sucht / Online - Sucht
  1. Einordnung der Internet – Sucht / Online - Sucht
  2. Definition Internet- / Onlinesucht
  3. Kriterien (Wann läuft jemand Gefahr, in Internet-Sucht "abzustürzen"?)
  4. Diagnose-Kriterien für die eigentliche Internetsucht und deren Symptome
  5. Symptomatik
  6. Stadien der InternetSucht
  7. Häufigkeit
 

8. Geschlechtsunterschiede

  9. Verwandte Krankheiten
  10. Funktionen / Intentionen / Bedeutungen
 
III. Verlaufs-Beispiele
  Verlauf (Beispiel 1)
  Verlauf (Beispiel 2)
  Verlauf (Beispiel 3)
  Verlauf (Beispiel 4)
  Verlauf (Beispiel 5)
  Verlauf (Beispiel 6)
 
IV. Intervention und Therapie
  1. Vorbemerkungen zum Thema Therapie und Herkunft des Therapeutosbegriffs
  2. Ebenen des Zugangs (die "richtige" Methode oder der "richtige Ansatz")...
  3. Einbezug von PartnerInnen / des Bezugssystems
  4. Schritte oder Phasen der Therapie
 
 
 
   
V. Prävention
 
VI. Zusammenfassung

 

Einführung ins Thema Internetsucht / OnlineSucht
Es gibt nicht nur sogenannt stoffgebundene Süchte / Abhängigkeiten (Nikotin, Alkohol, Heroin und weitere illegale Drogen, Medikamente, ...), sondern auch stoffungebundene Süchte / Abhängigkeiten, bei denen Menschen von gewissen Verhaltensweisen / Tatigkeiten abhängig werden.

Wir Menschen fühlen uns manchmal
• einsam
• unausgeglichen
• traurig, sehsüchtig
• müde, abgespannt und aufgebraucht
• nachdenklich
• alleine und verlassen
• etc.
• haben Schmerzen
• Unwohlsein das wir gar nicht benennen können
• etc.

Das ergibt dann einen Regulationsbedarf, den wir wieder regulieren möchten.

Und so lernen wir schon früh im Leben, uns bei Regulationsbedarf zu regulieren mit "Regulationsverhalten", von dem herausgefunden / "erprobt haben, dass uns irgendwie das hilft.
Wir sind Systeme, die „Lösungen“ suchen, und sie „irgendwie“ auch „finden“ /„lernen“…
• Mittagsschläfchen
• Stretching
• Joggen gehen oder uns sonst wie körperlich ausreagieren“
• Weglaufen und erst mal spazieren gehen wenn Konflikte im Hause sind…
• “Klosterfrau Melissengeist vor dem Einschlafen“

Wir finden heraus oder lernen, dass „es“ "irgendwie nützt", und behalten das Verhalten als Regulationsmittel / Regulationsverhalten: Als Möglichkeit der Selbsthilfe, zu unserem Ausgleich in unserem Repertoire.

Einige solche REGULATIONSVERHALTEN sind dann schnell mal „Allzweckmittelchen“…, auch wenn sie von ihren Ergebnissen und Nebenwirkungen her, gar nicht unbedingt ökologisch sind, wie z.B.:

und können dadurch auch Abhängig werden von unseren REGULATIONSVERHALTEN, die wir im Verlauf unseres Lebens mit unserem Handeln erreichen gelernt haben, wie z.B.

und genauso kann man eben auch "Lernen", Abhängigkeiten von Inhalten und Erlebnissen im Internet zu entwickeln…

Die Aufzählung dieser Verhaltensbeispiele - das möchte ich also betonen! - sagt nichts über Suchtpotential oder gar über Nützlichkeit, Sinn und moralische Zulässigkeit dieser genannten Verhaltensweisen…
Sowohl „Mittagsschläfchen“, „Stretching“, „Joggen“, „weglaufen bei Konflikten“, „Klosterfrau Melissengeist trinken vor dem Einschlafen“, telefonieren bei Einsamkeit“, „in die Stammbeiz gehen nach dem Nachtessen oder vor dem Einschlafen“ als auch „10vor10-schauen“, „Gamen“, „vor dem TV sitzen bis die Müdigkeit kommt“, „Sextelefone“, „das Internet“ oder „Glücksspiele“ sind primär – meiner Ansicht nach – NICHT des Teufels.
Und schon gar nicht sind sie dafür verantwortlich, wenn jemand allenfalls mit der Zeit von seinen Verhaltensweisen eine ABHÄNGIGKEIT entwickelt.

Und bei der Onlinesucht oder eben "InternetSucht" reguliert man sich eben einfach mit dem Gebrauch des Internets...

Wenn Sie also gerne spielen, brauchen Sie sich deswegen nicht gleich Sorgen zu machen!
Spielen ist eine typisch menschliche Beschäftigung, die Entspannung und Spaß bringt, Erfolge und Gemeinschaft erleben lässt sowie Kreativität und Geschicklichkeit fördern kann.

Doch manche Spiele bergen – für Menschen mit einer gewissen Disposition (ich werde den Begriff Disposition noch erläutern!) - die Gefahr einer Abhängigkeit in sich: Vor allem Glücksspiele (Spielautomaten, Karten- und Würfelspiele, Kasinospiele, Lottovarianten, Wetten u.a.), bei denen um Geld gespielt wird und der Erfolg nicht von Geschick und Können abhängig ist, sondern vom Zufall.

Auch wenn Sie gerne im Internet sind, dort recherchieren, oder spielen, oder dort auch mal eine Sexsite besuchen, brauchen Sie sich jetzt deswegen nicht gleich zu schämen oder gar Sorgen zu machen, Sie seien süchtig…

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II. Facts zu Internet-Sucht / Online - Sucht
Das Internet hat in sehr kurzer Zeit unseren Alltag stark geprägt und verändert.
Es ist längst nicht mehr nur ein Arbeitsfeld für Computer-Fachleute, Wissenschaftler und StudentInnen, sondern hat seinen festen Platz im täglichen Leben einer steigenden Zahl von Schweizerinnen und Schweizern - sowohl beruflich als auch privat.
Per Mausklick schafft das Internet Zugang zu einer schier unerschöpflichen Fülle von aktuellen Informationen, Datenbanken, Spielen, Software, Bildern, Musik, Zeitschriften und vielem mehr.
In sogenannten "Newsgroups" tauschen sich Menschen aus aller Welt zu bestimmten Themen aus und unzählige Chatrooms erlauben es, sich mit Unbekannten rund um den Globus jederzeit zu unterhalten.
Eine unheimliche Anziehungskraft bergen vor allem die sogenannten "Chatrooms", die Begegnungsplattformen im Netz. Zudem stellen Internetspiele / "Games", Sex-Angebote oder der exzessive Computerkonsum an sich eine Gefahr für Jugendliche und Erwachsene dar.

Der rasante Anschluss an die elektronische Zukunft erleichtert zwar den Alltag in vielen Bereichen, er hat jedoch auch negative Begleiterscheinungen. Von den ca. 3 Millionen Internet-BenützerInnen in der Schweiz gelten ca. 4% oder rund 120'000 NetzsurferInnen als online-süchtig oder zumindest als gefährdet.

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1. Einordnung der Internet – Sucht / Online - Sucht
In den Diagnose-Systemen ICD-10 sowie im DSM-IV ist Internetsucht nicht aufgeführt.
Aber: Das DSM-IV erfasst die Gruppe der "Störungen der Impulskontrolle", darunter das "pathologische Spielen"‘.
Die Kriterien des "krankhaften Spielverhaltens" lassen sich auf das Internet übertragen.
In dieser Übersicht zeigt sich Internet-Sucht als Aspekt der nicht stoffgebundenen Abhängigkeiten bei den „Störungen der Impulskontrolle“.

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2. Definition Internet- / Onlinesucht

Mit Internetabhängigkeit oder Onlineabhängigkeit wird der zwanghafte Drang bezeichnet, sich regelmäßig und exzessiv mit dem Internet zu beschäftigen. Umgangssprachlich wird häufig von „Internetsucht“ gesprochen.
Die Forschung (insbes. die Psychologische und Psychotherapeutische) beschäftigt sich mit diesem Phänomen unter dem Überbegriff „Mobile and Internet Dependency Syndrome “.

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3. Kriterien / "Wann läuft jemand Gefahr, ins Internet 'abzustürzen’?"

In den letzten Jahren sind es vor allem zunehmend Eltern von Kindern / Jugendlichen, die mich besorgt fragen, was sie tun sollen…, und ob das einfach „Spieltrieb“ und „Interesse“ sei, oder ob ihre Sorgen berechtigt seien….

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4. Diagnose-Kriterien für die eigentliche Internetsucht und deren Symptome

Der häufige Aufenthalt in der virtuellen Welt insbesondere in Chaträumen, Newsseiten, bei Onlinespielen und auf Sexseiten kann zu einer Abhängigkeit und folgenden Symptomen führen:

Mehrere Kriterien (mindestens 5) müssen erfüllt sein!

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5. Symptomatik ("
Oberflächenphänomene")
Die normalen Lebensgewohnheiten werden dabei meist vernachlässigt. Im Extremfall wird die virtuelle Welt zu einem Ersatz für die sonst üblichen realen sozialen Kontakte. Normale freundschaftliche Kontakte werden nicht mehr getätigt, die Befriedigung vitaler Bedürfnisse (wie Nahrungsaufnahme und Schlaf) oft vernachlässigt. Es kommt zu einem Kontrollverlust, der Nutzer kann die Online-Zeit nicht mehr kontrollieren und beschränken.

Oftmals ist auch eine Toleranzbildung beobachtbar, die dazu führt, dass der User immer mehr Zeit im Netz verbringen muss, um sein subjektives Wohlbefinden zu erreichen.
Dazu kommen noch die suchttypischen „Abwehrmechanismen“, welche man bei allen Süchten findet: Sie reichen von der Verleugnung über die Projektion (das eigene Problem wird anderen „übergestülpt“) bis hin zur Rationalisierung (Erstellen geflunkelter Rechtfertigungen für das eigene Tun). Hinterher haben viele Internetsüchtige oft Schuldgefühle oder schämen sich, können sich von ihrer Sucht aber nicht befreien.

Nach außen bagatellisieren, verniedlichen oder verheimlichen Internetsüchtige ihre Sucht oder wollen sie nicht wahrhaben.
Ist der PC einmal defekt, kommt es zu Entzugserscheinungen, schlechter Laune, Nervosität, Reizbarkeit, Schlafstörungen und Schweißausbrüchen. Bei manchen schlägt sich das auch in Faulheit nieder und mit der „Erkenntnis“, dass das Leben ohne PC sinnlos ist.

Auch wenn es noch keine verbindliche Definition der Krankheit Internetsucht mitsamt ihrer Symptomatik gibt, sind sich die Psychologen zumindest darüber einig, dass charakteristische Symptome bestehen:

Häufig kommt es durch die lange Computernutzung zu zusätzlichen, körperlichen Schäden:

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6. Stadien der InternetSucht

Bei der Diagnose Internetsucht sehen wir drei Stadien:

Als besonders gefährdet gelten / können genannt werden:

Besonders verbreitet ist IS bei männlichen unter 18 Jahren, v.a. weil sie sich dem Druck des Alltags nicht gewachsen fühlen und zum Ausgleich in die virtuelle Welt flüchten, dann ihre Hausaufgaben vernachlässigen und sich immer mehr von der Außenwelt zurückziehen. Viele Benutzer "surfen" oder "" nachts stundenlang herum, kommen übermüdet zur Arbeit bzw. zur Schule oder melden sich krank.

In allen bisher wichtigen Arbeiten zum Thema lassen sich fünf abstrakte Suchtkriterien finden, die als Definitionsmerk-male der Internetsucht in allen Arbeiten auftauchen. Diese Normativ-deskriptiven Merkmale sind:

a. Einengung des Verhaltensraums
Normalen Lebensgewohnheiten werden dabei meist vernachlässigt. Im Extremfall wird die virtuelle Welt zu einem Ersatz für die sonst üblichen realen sozialen Kontakte.

b. Kontrollverlust
Es kommt zu einem Kontrollverlust, der Nutzer kann die Online-Zeit nicht mehr kontrollieren und beschränken.

c. Toleranzentwicklung
Oftmals ist auch eine Toleranzbildung beobachtbar, die dazu führt, dass der User immer mehr Zeit im Netz verbringen muss, um sein subjektives Wohlbefinden zu erreichen.

d. Entzugserscheinungen
Ist der PC einmal defekt, kommt es zu Entzugserscheinungen, schlechter Laune, Nervosität, Reizbarkeit, Schlafstörungen und Schweißausbrüchen.

e. Negative soziale Konsequenzen (Verlust v. Kollegen, etc.)

Fazit: InternetSucht wird verstanden als moderne Verhaltensstörung und eskalierte Normalverhaltensweise im Sinne eines exzessiven und auf ein Medium ausgerichtetes Extremverhalten.
Das Internet ist dabei aber nicht Ursprung der Verhaltensstörung, sondern Austragungsort.

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7. Häufigkeit
In den USA - einem Land, das Europa in Sachen Internet ca. zwei Jahre voraus ist - wird die Zahl der an Internetsucht Erkrankten auf ca. 200.000 geschätzt. Diese Schätzung geht aus einer Studie der amerikanischen Psychologie-Professorin Kimberly S. Young hervor. Young gilt als erste „Cyber-Psychologin“ der Welt. Sie leitet in Bradford (Massachusetts) das "Center for On-Line Addiction" der Universität Pittsburgh. Young schätzt die Internetsucht, die sie "pathological internet use" (PIU) nennt, weltweit auf etwa 7 Prozent der Nutzer des Internets.
Über Europa gibt es noch keine umfassenden statistischen Daten, da das Problem hier noch zu neu ist. Hingegen mehren sich aussagekräftige Ergebnisse mehrerer kleinerer, manchmal regionaler Umfragen, die innerhalb von Betrieben oder Web-Gemeinschaften durchgeführt werden.

Je nach Studie geht man davon aus, dass ca. 900'000 – 1'800'000 Internetnutzer in Deutschland Anzeichen einer Internet-Sucht zeigen.
Eine weitere nennenswerte Studie, die von zwei österreichischen Medizinern im deutschsprachigen Europa durchgeführt wurde, ergab, dass 12,7 Prozent der 473 Probanden ein suchtartiges Verhalten im Umgang mit dem Internet aufwiesen (25-28 und 28-35>h pro Woche im Internet).
Aus dieser Subgruppe bejahten 30,8 Prozent, rauschähnliche Erlebnisse bei intensivem zu haben, und 40,9 Prozent dieser Gruppe stuften sich selbst als "süchtig" ein.

Ich denke, dass wir von einem ähnlichen Prozentsatz (also ca. 10% der Internet-User) auch in der Schweiz ausgehen können…

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8. Geschlechtsunterschiede

Jungs bis 18 Jahre doppelt so häufig wie Mädchen internetabhängig, was sich dann nach 18 J. umkehrt.

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9. Verwandte Krankheiten
Wenig bekannt ist aber, dass schon früher verbreitete Süchte wie Zeitungslesesucht, Kaffeehausaufsuch-Krankheit, Reisesucht, wie sie z.B. im Werk von Thomas Bernhard beschrieben wurden, gleichwertig strukturiert sind und bisher zu wenig erforscht sind. Auch hier Abhilfe durch besondere Therapieangebote, Selbsthilfegruppen u.ä. zu schaffen, ist populärwissenschaftlichen Autoren ein Anliegen.

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10. Funktionen

Die (schlussendlich manchmal in einer Abhängigkeit führende) Flucht ins Internet hat verschiedene Funktionen, wie z.B.
Als Triebfeder werden genannt:
• Verfolgung bestimmter Aufgaben
• Realitätsflucht
• Experimentieren mit der Identität (Mann, Frau)
• Kombination von Befriedigung des so genannten Spieltriebs und des Kommunikationsbedürfnisses
• Simulation gesellschaftlichen Aufstieges spielt ebenso eine Rolle
• (Schein-)Erfüllung moderner Gesellschaftszwänge wie Flexibilität, „ewiger“ Jugend, Omnipräsenz.

weitere Funktionen

Bei MMORPG-Spielern kann es oft dazu kommen, dass sie ihre virtuellen Erfolge auch in die Realität mitnehmen, um sich gegen andere Spieler/Freunde zu behaupten. Oft sind diese Spielerfolge der Ersatz für Erfolge im echten Leben und werden wichtiger, als die eigene Realität zu meistern.

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III. VerlaufsBeispiele

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Verlauf (Beispiel 1)
Frau H. führte - sowohl nach eigener Einschätzung sowie auch gemäss späteren Rückmeldungen ihrer damaligen nächsten Freundinnen - vorerst ein zufriedenes und ausgeglichenes Leben (ohne jegliche Anzeichen für Suchtgefährdung) zusammen mit ihrem Partner und ihren 2 Töchtern.
Zwar fühlte sie sich mit zunehmendem Alter und beruflicher Auslastung der Töchter etwas alleine, entwickelte zeitweise Symptome einer leichten depressiven Episode und versuchte in dieser Zeit noch verschiedentlich, ihre "komische Befindlichkeit", die gemeinsame Zukunft und den Einstieg in eine allfällige Teilzeittätigkeit mit ihrem Partner zu thematisieren.
Als sie in dieser etwas schwierigeren Zeit (sie war 40 J. alt) einen Heimcomputer bekam, erhielt sie von einer Kollegin die Adresse eines bekannten Depressionsforums sowie eines Forums zu Lebensfragen im Internet. Nach einigen Wochen mit sporadischen Aufenthalten in diesen Foren (Fragen stellen und beantworten sowie Lesen von Ratschlägen anderer) hat sie in den ersten drei Monaten in zunehmendem Ausmaß auch Chatrooms frequentiert.
Es sei zu einer Art Toleranzsteigerung gekommen, sie habe innert kurzer Zeit plötzlich Online-Zeiten von bis zu 40-50 Stunden pro Woche erreicht.
Sie habe sich dann bald auf einen bevorzugten Chat und die 2 Foren konzentriert, wo sie sich "etablierte" und eine Art Gemeinschaftsgefühl entwickelte.
Sehr bald konnte sie - entgegen besserer Absicht - die Zeit der verbrachten Sessions nicht mehr kontrollieren. Diese hätten dann manchmal bis zu 14 Stunden angedauert.
Wenn sie nicht online sein konnte, habe sie zunehmend unter depressiven Verstimmungen, Angstzuständen und Irritabilität gelitten.
In der Folge begann sie dann vermehrt, Verabredungen nicht mehr einzuhalten und ihre Freunde, ebenso wie ihr Familienleben zu vernachlässigen. Auch ging sie keinen sozialen Aktivitäten mehr nach, die sie fr üher gerne ausgeübt hatte.
Zwei ihrer inzwischen bereits erwachsenen Töchter realisierten mit der Zeit, worum es ging, und motivierten sie dann, gemeinsam mit ihrem Mann (welcher damals gemäss seinen Aussagen "von nichts" wusste), in meiner psychotherapeutischen Sprechstunde Hilfe zu holen.

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Verlauf (Beispiel 2)
Hr. A (Gamen World of Warcraft / Chatts):

Nach 5 Sitzungen - unter Einbezug der Eltern - wird klar, dass der Patient einerseits riesige soziale Ängste hat und, andererseits, "vorbewusst", seine leibliche Mutter und seinen (nicht leiblichen) Vater mit seiner Internetpräsenz "bestraft"... (Die Mutter, weil sie den leiblichen Vater des Patienten, welchen er nie kennenlernen konnte "verstossen hat", den StiefVater, weil er ihn "nie als Vater neben meinem richtigen Vater" akzeptieren konnte...

Der Patient will seine - so nannte er es selbst - "Gamesucht" und "Vereinsamung" momentan nicht stoppen.
Die Eltern lassen sich in Paartherapie begleiten und haben nun deutliche Grenzen gesetzt, sodass der Patient auszieht und jetzt in einem Studentenwohnheim lebt...

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Verlauf (Beispiel 3)
Hr. X., 48 J. / Kaufmann in selbst. Tätigkeit / Vater von 2 Kindern, zu denen aber der Kontakt durch deren Mutter unterbunden wurde / wohnt alleine…

Durch seine Schwester, welche sich sehr um ihn sorgt, kam er in Psychotherapie in meine Praxis.

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Verlauf (Beispiel 4)
Hr. R. (Recherchen von Gräueltaten, extremen Unfällen und Pornos):

Durch Vermittlung durch die Personalabteilung seiner Firma kam er - weil er durch Müdigkeit, "Zerstreutheit" und "komisches Verhalten unter Menschen / Kollegen" auffiel - zur Abklärung und Therapie in meine Praxis.

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Verlauf (Beispiel 5)
Frau H.,
34, KV-Angestellte. Kam vor 15 Jahren (also mit ca. 19 J.) in den Sog einer evangelikalen „Gemeinde“.

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Verlauf (Beispiel 6)
Hr. G., _______________________________________________________________________________________________
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III. Intervention und Therapie

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1. Vorbemerkungen zum Thema Therapie und Herkunft des Therapeutosbegriffs

Heute droht manchmal alles nach Lust und Laune „Therapie“ genannt zu werden (Joggen, Walken, zeichnen, Massage, Medikamente, etc.), und wenn’s Therapie genannt wird, kostets schnell auch 50-70% mehr…
Ursprünglich komt der Therapeutos-Begriff aber nicht aus der Medizin oder der sozialen Arbeit... >mehr

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2. Ebenen des Zugangs
(die "richtige" Methode oder der "richtige Ansatz")...
Verhalten, Gefühle, Glaubenssysteme, Körper sowie bei Möglichkeit / Bedarf Einbezug des Partners, der Eltern und geschwister, je nach Mensch und Situation.
Ein einziger, "richtiger" Zugang, wie dies (natürlich um des Business willen...) Kognitive und Verhaltenstherapeuten immer wieder behaupten, reicht nicht, und ist reines Geschwätz...
Alle Zugänge und Ebenen haben - gerade bei Suchttherapien - ihre Berechtigung...
Ein integrativer Ansatz ist meiner Erfahrung nach unabdingbare Grundlage dieser therapeutischen Arbeit in diesem Bereich.

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3. Einbezug von PartnerInnen / des Bezugssystems

G gerade bei Suchtproblematiken ist der Einbezug der PartnerInnen von unschätzbarem Wert, weil sie die „Lebensrealität“ und auch die „Ressourcen“ kennen…, weil "Zusammenhänge" und "Auswege" oft im System begründet liegen und weil das Bezugssystem oft mit „Co-Abhängigkeit“ oft das Rad am laufen erhalten…(oder dazu zumindest gefährdet sein kann...)...

Bei Kindern / jungen Jugendlichen mit Suchtstörungen ist es oft nützlich, vorerst mit den Eltern zu arbeiten und so das Erwachsenensystem zu COACHEN / im Erwachsenensystem Veränderungen ermöglichen (statt einen „Guru“ ins Familiensystem einzufliegen. Dann bleibt schlussendlich auch der Respekt im System, und Eltern und Kind können „ernten“…)

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4. Schritte oder Phasen der Therapie

Motivationsphase
Wie bei anderen Abhängigkeitserkrankungen gilt auch bei der Internetsucht / Onlinesucht, dass
• nachdem die Symptomatik vorerst unterbrochen wird (z.B. bei genügend Krankheitseinsicht und "Ich"-Struktur (durch Gebührenrechner, etc., ansonsten mit Entzug = Verhaltensebene und Entscheid) (bei KINDERN brauchts statt „Krankheitseinsicht“ oft einfach ELTERN die wieder klar und liebevoll WALTEN…)
• manchmal, bei gewissen Oberflächenphänomenen (sexuelle Übergriffe, Gewalt, Selbstgefährdung, Chronifizierung, etc.) ist es unabdingbar, zuerst die Symptomatik (bei Bedarf auch durch die Eltern, Polizei, etc. - sogenannte "Stopp-Interventionen" - zu unterbrechen, und "Leidensdruck" / neuen "Regulationsbedarf" zu schaffen / zu erzwingen...

Gerade in dieser ersten Phase ist der Einbezug von PartnerInnen, Eltern, Geschwister, etc. - eben des Bezugssystems - oft fast unabdingbar. Insbesondere natürlich bei Kindern und Jugendlichen, wo oft Not-Zugänge liegen (letztlich durch "Stopp-Interventionen" der Eltern).
Doch auch bei Erwachsenen zeigt sich immer wieder, wie wichtig (ja oft fast unabdingbar) der Einbezug von PartnerInnen und nahen Bezugspersonen sein kann.

In dieser Phase geht es darum

1. eine gute, tragfähige therapeutische Beziehung zum Patienten (und allenfalls zu seinem Bezugssystem) zu schaffen
2. die Einsicht / das "Problembewusstsein" des Patienten zu erreichen
3. möglichst bald einen Symptom-Stopp zu erreichen (gemeinsam explorieren, was aus innerer Kraft möglich ist)
4. beim Patienten den Leidensdruck (Träume, Sehnsuchte, Wünsche ans Leben) herauszuarbeiten
5. positive Ziele zu setzen
6. Bei den Zeilsetzungen mögliche "Niederlagen" / Rückschritte zu antizipieren oder sie wenn möglich zu verhindern...
7. Das Vertrauen des Patienten in sich und in den Therapeuten als "Wegbegleiter" zu vertiefen...
8. Einen Symptom-Stopp einzuführen (allenfalls mit guten "Knautschzonen", bei Bedarf stationär abgesichert...)

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Bearbeitungsphase
Nach einem ersten Symptom-Stop - wenn realistisch im ambulanten, wenn zu gefährlich eher im stationären Rahmen, gilt es dann
- die Ursachen ("Tiefenstruktur"), also der „Kontext“ sowie die "Funktion des Oberflächenphänomens" nachgegangen, und dann Alternativen zu Selbstregulation erarbeitet werden sollten.
? Selbsthilfe erfordert allgemein viel Selbstdisziplin, und überfordert die PatientInnen oft schon im "Gefährdungsstadium", weil eben dem "Oberflächenphänomen" Online-Sucht ein "Bedarf" und eine "Funktion" ("Tiefenstruktur") zugrunde liegen.
Meist lohnt es sich daher schon im frühen Stadium, spezialisierte professionelle Hilfe aufzusuchen!
? Anders als in der Therapie stoffgebundener Süchte (z. B. Alkohol), in der die volle Abstinenz vom Suchtmittel das Ziel ist, wird dies bei der Internetsucht / Onlinesucht / Chattsucht meist nicht angestrebt, weil für viele Menschen der Umgang mit dem Internet z.B. auch eine berufliche Notwendigkeit ist.
Und weil ja das Internet / die Nutzung des Internet und seiner Angebote nur das "Oberflächenphänomen" ist, und vielmehr die "Tiefenstruktur" bearbeitet werden muss.
Im Rahmen der Behandlung der Online- / Internetsucht erarbeiten die Betroffenen deshalb - nebst Techniken für einen veränderten Umgang mit dem Internet - insbesondere auch einen veränderten Umgang / "Regulationsmöglichkeiten" mit der Tiefenstruktur.
So kann in der Einstiegs- und "Entzugsphase" der Therapie ratsam sein, z.B. zeitliche Grenzen für die Internetnutzung zu setzen, und/oder bestimmte Internetseiten, die für die jeweilige Person besonders "wichtig" ("Regluationsfaktoren") sind, zu meiden.
Ein wichtiger Therapiebestandteil ist dann die Entwicklung von Alternativen zum "süchtigen Verhalten", also zum (Selbst)Regulationsmodus des Rückzuges in die Virtualiät und Anonymität des Internets in den 5 Säulen der Identität).
Dazu gehören dann - je nach Situation in den 5 Säulen der Identität - eventuell die Wideraufnahme von alten Hobbys, Freizeitaktivitäten und Kontakten (soziales Netzwerk), eine Budgetberatung oder gar Schuldensanierung (materialle Sicherheit), Aspekte der Suche / (Wieder)aufnahme einer Arbeits- / Berufstätigkeit und Arbeitsfähigkeit (Arbeit und Leistung) (Arbeit und Leistung) sowie die Verarbeitung traumatisierender Aspekte und Verletzungen aus dem bisherigen Leben, der Selbstsicht und -wahrnehmung sowie die Setzung neuer Ziele durch Bezugnahme auf "Sehnsüchte" und Bedürfnisse des "inneren Kindes". Obschon immer wieder als "besonders wirksam" beworben, greifen in dieser Arbeit sowohl rein kognitive als auch rein verhaltenstherapeutische Ansätze zu kurz.
Beispiel:

Hr. M. (Gamen, Filme und Pornografie):
• 30 J. / IT-Spezialist bei einer Bank
• Kam als Kind durch seine Mutter in eine extreme, evangelikale „Kirche“ und war seit einigen Jahren beim ICF in Predigten, Bibelstunden und Gruppen…
• Sitzt abends vor dem PC, schaut sich Pornos an oder vertieft sich in eine Porno DVD. Ist oft bis 3 oder 4 Uhr morgens im Internet…

Hr. B. mit Russinnen:
• Hr. X., 35 J. / Kaufmann, Oekonom, Tätig im mittleren Kader einer Versicherungsgesellschaft
• täglich auch während Arbeitszeit Mails, Chatts, SMS und Telefonemit Russinnen
• immer wieder überprüfen, ob sich nicht vielleicht noch eine „neue“, „schönere“ gemeldet hat…
• REAL hatte er zu Beginn der Therapie noch nie eine Freundin, sondern nur kurze Abenteuer und Sexsalons…

Hr. G.:
• Hr. Y., 28 J. / Controller in einer international tätigen Firma
• NEWS-Channels, Zeitungen und verschiedene Redaktionssites sind ganztags im Internet geöffnet bei ihm
• Abends dann 3 abonnierte Zeitungen lesen
• Wenns nicht reicht für Zeitungen lesen, „muss ich den Berg an Zeitungen und Zeitschriften am Wochenende abtragen, weil ich kann die Infos nicht einfach wegwerfen!!!“

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Stabilisierung und Neuausrichtung

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E-Mail-Anfrage über das Experten-Forum „wer-weiss-was“
“Unser Neffe (16Jahre alt) ist süchtig nach einem Internetspiel WOW (World of Warcraft). Er spielt es in jeder freien Minute, schwänzt die Schule, nur um es zu spielen, isst sehr schnell oder gar nicht um so wenig Zeit wie möglich zu verlieren, etc.

Wir machen uns Sorgen um ihn!
Seine Noten sind so schlecht, dass er das Jahr wiederholen muß und jetzt sind die Noten noch schlechter.
Seine Lehrer sagen, dass er sehr intelligent ist und nicht daran
liegt, dass er überfordert ist.
Seine Mutter weiß auch nicht weiter. Er beschimpft sie aufs übelste und bedroht sie, wenn sie ihm den PC wegnehmen will. Sie nimmt ihm das Internet und den PC nicht weg, da sie denkt, dass er dann woanders hin geht um dieses Spiel zu spielen. Wenn er es zu Hause spielt hat sie es ihrer Meinung nach wenigstens noch etwas unter „Kontolle“…
Was ich/wir für dumm halten, aber vielleicht liegen wir auch falsch.

Diese Spiel kostet Geld. Es wurde schon überlegt, ihm kein Taschengeld zu geben, damit er sich den Beitrag für das Spiel nicht mehr bezahlen kann, aber seine Mutter hat Angst, dass er das Geld klauen könnte.

Seine Mutter hat seit er Kind ist seltens konsequenzen eingehalten, daher denken wir auch, dass er sie gar nicht ernst nimmt. Wieso auch, er mußte es ja nie!

Aber wir machen uns große Sorgen. Was können wir tun?
Er weigert sich auch, zum Psychologen zu gehen. Was kann man nur machen? Was denkt ihr, ist es OK, den PC ganz wegzunehmen? Oder was für Möglichkeiten wären gut? Wir sínd für jede noch so kleine Hilfe sehr Dankbar!!!

Vielen vielen lieben Dank für die Hilfe!!!!

Mit freundlichen Grüßen
E.„
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V. Prävention
Vorbeugen / Prävention
Um der Entstehung einer Internetsucht vorzubeugen, sollten Nutzer des Internets ihren Umgang mit diesem Medium kritisch beobachten. Bei Anzeichen einer Suchtentwicklung wie z. B. zunehmende Zeit, die im Internet verbracht wird, oder Entzugssymptome, wenn man nicht online gehen kann, sollte die Internetnutzung eingeschränkt werden.
Wenn dies allein nicht gelingt, empfiehlt es sich, frühzeitig professionelle Unterstützung zu suchen (!!), um eine Chronifizierung des Suchtverhaltens zu vermeiden.
Da zunehmend Jugendliche vom Problem der Internetsucht betroffen sind, ist es ratsam, dass Eltern das Internetnutzungsverhalten ihrer Kinder mit diesen besprechen und auch kontrollieren.

Ich mache die Erfahrung, dass es sich – sowohl in der Therapie als auch für die Prävention – nach wie vor lohnt, irgendwann auch mal die Oberflächenphänomene loszulassen, und sich um die Tiefenstruktur Gedanken zu machen.

Wenn wir diese Ansammlung von verschiedenen „Oberflächenphänomene“ sehen, und auch an die bereits kurz erläuterten Beispiele und deren Symptome betrachten, gibt es verschiedene gemeinsame Themen bei allen diesen „Oberflächenphänomenen“ oder „Störungen“.
Und wenn ich diese herunterbrechen müsste, um Zugänge für die Prävention zu suchen, würde ich sagen:

In der Tiefenstruktur liegen die Grundlagen, warum sich Menschen mit Mitteln und gewissen Verhaltensweisen regulieren.

• Menschen möchten geliebt werden
• Menschen ziehen sich zurück
• die Menschen verlieren ihre Grenzen / können sich keine Grenzen mehr setzen…

1. Wir sollten als Eltern wieder WALTEN !
Ihre / unsere Kinder sind zwar „Prinzen“ und „Prinzessinnen“, aber nicht reale und nicht in dieser realen Erwachsenenwelt !
Beispiel:
- Vater von Frau B., der sie mit 16 mit keinem Fingerzucken vor dem Auszug in eine WG zurückhielt / schütze… Sie trägt es ihm heute noch nach….

2. Äussere Sicherheit bieten, damit „gemütlich“ und „Schritt für Schritt“ IDENTITÄT und INNERE SICHERHEIT wachsen kann
3. Selbstvertrauen / Selbstwert
4. Coping-Möglichkeiten
5. Nähe und Distanz regulieren lernen mit Respekt

Notfalls lohnt es sich, frühzeitig Hilfe zu holen im Eltern-Coaching oder Paartherapie !!
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VI. Zusammenfassung und Abschluss

Nochmals darauf aufmerksam machen, dass sie das betreffend Oberflächenphänomen und Tiefenstruktur sowie Regulationsbedarf und Regulationsverhalten jetzt nicht einfach zu allem ins tägliche Leben mitnehmen sollen !
• wenn ich Prügel bekomme, muss ich mich nicht fragen, was jetzt Oberflächenphänomen / Tiefenstruktur ist oder was das Gegenüber gerade „reguliert“, sondern ich DARF es 1:1 nehmen und so reagieren !!!

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VII.
Mein Therapie-Angebot
Ich biete in meiner Praxis in Zürich und Schaffhausen sowohl Beratung und Informationen für Betroffene und Angehörige als auch Abklärung, Krisenintervention wie auch Einzel-, Paar- und Familientherapie an.

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Literatur
* Kratzer, S.: Pathologische Internetnutzung – eine Pilotstudie zum Störungsbild (2006) ISBN 3-89967-317-4 [1]
* Gabriele Farke: Onlinesucht - wenn Mailen und zum Zwang werden (2003 Kreuz Verlag GmbH &Co. Kg) ISBN 3-7831-2291-0

             
                 
                 
                 
                 
                 
                 
                 

Es gibt immer einen Ausweg - Praxishandbuch Sucht. Zenit Verlag, 2001

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Adressen
Bundesgeschäftsstelle, Ansprechpartnerin: Gabriele Farke, Kottmeierstraße 12, 21614 Buxtehude
hso@onlinesucht.de http://www.onlinesucht.de

Münchner Therapiezentrum für Internetabhängige, Dr. med. O. Seemann (Leiter des Zentrums), Telefon: +49-(0)-8171-21871 (m öglichst montags 9-12 Uhr) info@psychiater.org http://www.psychiater.org/Internetsucht/ambulanz.htm

Deutsche Hauptstelle für Suchtfragen e. V. (DHS), Westenwall 4, 59065 Hamm
Telefon: +49-(0)-2381-90 15 0 / Fax: +49-(0)-2381-90 15 30 / info@dhs.de / http://www.dhs.de

Fachverband Sucht e. V., Walramstraße 3, 53175 Bonn / Telefon: +49-(0)-228-261 555
Fax: +49-(0)-228-215 885
sucht@sucht.de / http://www.sucht.de

 

Weblinks
Jugendliche brauchen Grenzen!
http://www.kzu.ch/varia/presse/lifestyle/sucht.htm
http://www.lsr-ooe.gv.at/publikationen/sorgenkinder-kern.pdf
http://www.lebe.ch/lebe/de/aktuell/veranstaltungen/mainColumnParagraphs/02/document/Referat%20Gasser.pdf
http://www.schulen-sursee.ch/sd/spd/dokumente/anregungen.htm

Gefahren des Internet
http://www.wiwi.uni-frankfurt.de/professoren/ritter/veranstalt/ws9596/thema3.htm
http://www.link-gr.ch/news/20070423/kampagne-stopp-kinderpornografie-im-internet/
http://www.kapo.ch/download/Praeventionskampagne_dt.pdf
http://www.kindermuseum.net/aktiv/themen/medien/news/index.php?opi=view&id=64
http://www.goldene-goere.de/aktiv/themen/medien/news/index.php?id=23&opi=view
http://www.internauten.de/
http://www.studentshelp.de/p/referate/02/5017.htm
http://www.zug.ch/gesundheitsamt/download/virtuel_referat_f_eidenbenz.pdf
http://www.lernspiele.at/compspie.html

* Prof. Dr. med. Volker Faust zu Internetabhängigkeit
* Kritische Analyse des Begriffs (Uni Oldenburg)
* Bericht zu einerStudie der MHH
* Studie „Stress und Sucht im Internet“, 1999
* Studie „INTERNETSUCHT - Eine Neumodische Krankheit?“, 1998
* Artikel der Computerzeitschrift WCM vom 14.07.2006 zum Thema Internet-Sucht
* Thomas Thiel, Internet-Sucht: „Es war die Hölle“ (FAZ, 4. Januar 2007)
* http://www.webaholic.info/
* http://www.mediarisk.org/ (mediarisk international - Meldungen und Hilfeangebote)
* http://www.zeit.de/2003/32/T-Always_online (Artikel in der ZEIT)
* http://www.online-sucht.de/ Studienergebnisse
* http://www.onlinesucht.de/
* http://www.internetsucht.de/
* http://www.stangl-taller.at/ARBEITSBLAETTER/SUCHT/Internetsucht.shtml
internetsucht.html

netaddiction.com

onlinesucht.de

offenetuer-zh.ch/onlinesucht.html

www.unipublic.unizh.ch/magazin/gesundheit/2001/0081/

www.userlearn.ch/spiele/50296694990ac6101.html

www.3sat.de/nano/bstuecke/09838/index.html

www.strathmann.de/sag/public/news/data/20030630.php

www.netzwelt.de/news/75543-onlinesucht-die-verkannte-krankheit.html

www.amazon.de/OnlineSucht-Mailen--Zwang-werden/dp/3783122910

www.internetsucht.de/

www.onlinesucht.de/interview4.htm

www.onlinesucht.at/home/_ber_ipos/

www.sucht-ar.ch/pdf_popups/onlinesucht.pdf

www.heise.de/tp/r4/artikel/2/2254/1.html

www.sueddeutsche.de/computer/artikel/571/107464/

http://netaddiction.com/

www.onlinesucht.de/sucht.htm

www.infoset.ch/de/suchtformen/Online.htm

www.online-sucht.de/website.php?id=/links_zum_thema_onlinesucht_internetsucht_online-sucht.htm

Zu kostenpflichtigen Abzocker-Angeboten im Internet
http://www.gym.moosburg.org/schueler/referate-gefahren.html
http://www.gymnasium-starnberg.de/page-145.htm


 

siehe auch: http://www.offenetuer-zh.ch/onlinesucht.html






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Links
Wie viele Freunde hast du? ("Auf Facebook findet man längst vergessene Freunde. Beim Onlinedienst Facebook kann man Freundschaften am Bildschirm pflegen. 70 Millionen Menschen tun das. Warum bloss? Ein vierwöchiger Selbstversuch von Mikael Krogerus." in: NZZ Folio 06/08 - Thema: Perlen aus dem Internet Inhaltsverzeichnis


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